Weit gereist, wohl belesen und reich erfahren mögen viele sein, doch unwissend sind alle, die noch nie das Vergnügen und die Ehre hatten, sich vor den Künsten der weltbesten Köchin verneigen zu dürfen.
Schon der Aperitif ist eine prickelnde Idee, die nur Johanna Maier haben kann: Der Prosecco überrascht uns mit einem Hauch von Ingwer, Zitronengras und Thymian.
Als erstes kommen Saibling und Seezunge im Pilzmantel angeschwommen, die wir ehrfürchtig mit einer Sauce aus Ingwer, Kokos und Safran benetzen, bevor wir unsere Geschmacksknospen in einen Sinnestaumel von noch nie gekannten Eindrücken stürzen.
Vor drei Sekunden waren wir noch Ahnungslose. Jetzt gehören wir zu den Erleuchteten.
Mit dem rosa gegarten Milchkalbsfilet kommt das große Schweigen. Es trägt ein Häubchen aus Mandel-Pinienkernkruste und thront auf Mangoldrisotto in Rosmarinjus. Es ist doch nur ein Stück Kalb mit Reis und Mangold. Wie kann daraus etwas entstehen, das uns nur noch ergriffen und andächtig entschweben lässt?